Deutscher Kinderschutzbund Familienhilfe

Deutscher Kinderschutzbund Familienhilfe

 
Der Bundesverband des DKSB hat das Ziel der Familienhilfe folgendermaßen definiert:
 
„Familienhilfe im DKSB will zur Stabilisierung von Familien und Erziehungsverantwortlichen beitragen, welche aus unterschiedlichen Gründen dieses Hilfsangebot beim DKSB abfordern, um Versorgung, pflege und Erziehung der Kinder nach ihren Vorstellungen besser zu bewältigen.“ 

 
Der Arbeitskreis Familienhilfe unseres Ortsverbandes besteht aus 5 Mitarbeiterinnen. Der Kreis trifft sich regelmäßig. Anfragen zur Familienhilfe werden im Team besprochen. Im Jahr 1996 erhielten wir von der Diplom-Psychologin Sigrun Koch regelmäßig Supervision. Damit wird den Familienhelferinnen die Möglichkeit gegeben, ihr Handeln zu reflektieren. 

 
Zahlen im Jahr 1996: Anfragen bezüglich 20 Familien mit 39 Kindern, davon fand in 13 Fällen eine einmalige Beratung in der Geschäftsstelle bzw. telefonisch statt. 6 Familien wurden von Mitarbeitern betreut. Eine Familie wurde an den Kreisverband Waiblingen weitergeleitet.
 

 
Warum wird Familienhilfe benötigt?
 
Uns erreichen Meldungen von besorgten Nachbarn, Verwandten, Lehrern und Erziehern. Aber auch immer mehr betroffene Eltern wünschen sich ein Gespräch. Folgende Problemfelder werden benannt:

  • Mißhandlungen
     
  • finanzielle Probleme
     
  • Partnerprobleme
     
  • soziale Isolation
     
  • Alkoholabhängigkeit
     
  • Vernachlässigungen
     
  • Schulprobleme
     

 
Ansatz der Familienhilfe Die Familienhelferin ist bereit, zuzuhören. Probleme werden im Gespräch benannt bzw. bewußt gemacht. Gemeinsam wird nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Die Hilfe zur Selbsthilfe steht im Vordergrund.
 

 
Als Hilfe zur konkreten Alltagsbewältigung bieten wir an:
 

  • Begleitung bei Behördengängen
     
  • gemeinsame Unternehmungen
     
  • Babysittervermittlung
     
  • Aufstellung eines Haushaltsplanes
     
  • Finanzierung von Familienfreizeiten
     
  • Aushandlung von Verträgen zwischen Eltern und Kind
     
  • Gesprächspartner sein.
     

 

 
Manchmal ist eine Vermittlung zu anderen Institutionen notwendig wie z.B. Suchtberatung, Frauenhaus, Schuldnerberatung, Beratungsstelle für Familien und Jugendliche. Die Mitarbeiterinnen der Familienhilfe handeln vertraulich. Sie unterliegen der Schweigepflicht und ergreifen keine Partei.
 

 
Betreutes Besuchsrecht
 
Scheidungskinder, Kinder mit getrennt lebenden Elternteilen und auch Kinder aus unehelichen, gescheiterten Beziehungen sind meist die Leidtragenden einer Situation, für die sie absolut nichts können. Die ehemaligen Partner haben oft eine derart aggressive Einstellung zueinander, daß eine Besuchsregelung für den nicht sorgeberechtigten Partner praktisch ausgeschlossen ist oder katastrophal abläuft.
 
Für diese Fälle bieten wir nun schon seit Jahren das Betreute Besuchsrecht / Betreutes Umgangsrecht an. Es ist unsere Überzeugung, daß für eine gesunde Weiterentwicklung des Kindes der Kontakt zu beiden Elternteilen notwendig ist. Wir wollen helfen, eine Atmosphäre zu schaffen, in der ein entspannter Kontakt des Kindes zum besuchsberechtigten Elternteil möglich ist.
 
Dies erreichen wir durch Gespräche, durch das Zur-Verfügung-Stellen unserer Räume, durch zeitversetztes Kommen und Gehen der Elternteile und nicht zuletzt durch unser Dabeisein. Zu diesem Zweck führen wir zu Beginn mit beiden Elternteilen Gespräche, um eine gewisse Vertrauensbasis aufzubauen und die spezielle Problematik jeder Familie kennenzulernen, ohne unseren neutralen Standpunkt zu verlassen.
 
Daß die Treffen dann manchmal doch nicht spannungsfrei ablaufen, liegt wohl daran, daß es meist schwierig ist, die ehemaligen Partner, losgelöst von ihren Erfahrungen miteinander, zu einer positiven Einstellung zu den Besuchen zu bringen. Unser Ziel ist es, daß nach einer Betreuungszeit von maximal 1-2 Jahren die Beteiligten eine Besuchsregelung ohne unsere Hilfe finden.
 
1996 hatten wir insgesamt 8 Anfragen zum „Betreuten Besuchsrecht“, wovon einer bereits abgeschlossen ist, 2 momentan ruhen und einer sich noch in der Vorgesprächsphase befindet. Die restlichen 4 Familien werden von uns betreut mit sehr unterschiedlichem Zeitaufwand, abhängig von der gerichtlichen Festlegung, aber auch von unserem Ermessen.
 
Die Beteiligten erfuhren oft auf sehr unterschiedliche Weise, daß wir „Betreutes Besuchsrecht“ durchführen. Seit September, wo ich mit Nanni Seifer-Coimanns bei einem Informationsgespräch über das „Betreute Besuchsrecht“ beim Jugendamt Schorndorf eingeladen war, kommen die Fälle nun verstärkt direkt von dort zu uns.
 
Durch einen Zeitungsartikel Mitte des Jahres konnten wir 2 neue Mitarbeiterinnen gewinnen, die dann gleich im Juli zusammen mit Dorothee Kaiser und mir auf eine Schulung von Lothar Steurer (Dipl. Pädagoge und Familientherapeut beim OV Ulm) nach Esslingen fuhren. Somit sind wir jetzt 6 Frauen, die „Betreutes Besuchsrecht“ in unserem OV durchführen.
 

  • Brunhilfe Ackerer
     
  • Ingrid Hauke
     
  • Anke Hieber (z.Zt. im Mutterschutz)
     
  • Dorothee Kaiser
     
  • Polixeni Mauch
     
  • Gisela Redemund
     

 
Die Vorgespräche mit den Eltern führen immer 2 Mitarbeiterinnen, die Leiterin der Gruppe oder Frau Seifer-Comanns zusammen mit der für den Fall vorgesehenen Betreuerin.
 

 
Selbsthilfe
 
Die Selbsthilfe-Arbeit steht nicht in Konkurrenz zur Therapie. Sie ist eine andere Form. Jeder kann sich dazu entscheiden. Die Teilnahme ist freiwillig und baut auf der Eigenverantwortung und die Selbstheilungskräfte jeder einzelnen Person. Mit Betroffenen die gleichen Probleme besprechen erleichtert den Alltag. Durch die gegenseitige Hilfe können Tips und Adressen weitergegeben werden.
 
Im Jahresbericht 1995 erwähnten wir die Selbsthilfegruppen ADS, Wildwasser und „Alleinerziehende Mütter“. Trotz unserer Bemühungen und einer guten Presse sind diese Gruppen mangels Interesse „eingeschlafen“.
 

 
Väterstammtisch
 
Zu unserem Väterstammtisch trafen wir uns auch dieses Jahr regelmäßig jeden 1. Montag im Monat. Herr Wolfgang Gehring vom Jugendamt begleitete, wie die Jahre davor, diese Runde. Es hat sich ein harter Kern gebildet, der regelmäßig an den Treffen teilnimmt. Nach der Sommerpause schlossen sich der Gruppe 2 neue Väter an. 1996 wurde von den Vätern kein Wunsch nach Referenten geäußert, so daß hauptsächlich Erfahrungen ausgetauscht wurden und gegenseitige Hilfe bei der Lösung von Problemen im Vordergrund stand. Im Frühjahr kkonnten wir Kontakte zu der Gruppe „Väteraufbruch“ knüpfen. Bei einem gemeinsamen Treffen wurde vereinbart, diese Kontakte weiter auszubauen und bei Veranstaltungen etc. uns gegenseitig zu unterstützen.
 

 
Bericht aus der Geschäftsstelle
 
Zu Anfang des Jahres 1996 bekamen wir einen 386-er PC gespendet. Den dazugehörigen Tintenstrahldrucker überließ uns der Landesverband. Durch diese enorme Verbesserung gegenüber früher konnten wir unser Erscheinungsbild nach außen steigern. Die äußere Form der Briefe ist ansprechender und entspricht dem heutigen Standard.
 

 
Den Kopierer haben wir auch in diesem jahr nicht geschont. Wir machten 23.471 Kopien für unsere Kinderschutzarbeit. Unsere drei Faltblätter und der vergangene Jahresbericht wurden aus Kostengründen nicht außerhalb gedruckt, sondern von uns selbst kopiert. Insgesamt hat unser Kopierer, den wir vor drei Jahren gebraucht gekauft haben, 98.000 Blätter kopiert. Das ist schon eine beachtliche Zahlt, und man sieht es ihm an. Wir werden ihn in diesem Jahr „renovieren“ müssen.
 

 
Nicht nur für die Verwaltungsaufgaben, sondern vor allem für Beratungs- und informationsgespräche sowie für die Babysitter-Zentrale benötigen wir unser Telefon. Um im Kontakt zu bleiben, führten für 1.200 Telefonate, das entspricht ca. 6.000 Einheiten.
 

 
Seit Herbst 1995 sind wir auch per Fax zu erreichen. Das hat sich leider noch nicht genügend herumgesprochen, denn das Gerät war im ganzen Jahr nur 120 mal zum Vermitteln von Nachrichten in Gebrauch. Wir erhielten das ältere Gerät zu einem sehr günstigen Preis. Da sich das Faxen noch nicht durchgesetzt hat, genügt auch die selbe Telefonnummer wie für Gespräche (8 77 17). Auch der Anrufbeantworter wird nicht genügend gebraucht, obwohl er in der heutigen Zeit auch privat kaum noch wegzudenken ist.
 

 
In den 37 Wochen, die das Jahr neben den Ferien noch übrig läßt, sind wir persönlich zu festen Zeiten ansprechbar. Sonst, wie schon erwähnt, eine kurze Nachricht auf den Anrufbeantworter und schon ist Kontakt geknüpft. Wir rufen zurück.
 

 

	Unsere Bürozeiten:	
						Montag		9.00 - 11.00 Uhr
						Mittwoch		9.00 - 11.00 Uhr
						Freitag		9.00 - 11.00 Uhr


Die Öffnungszeiten des Urbacher Kleiderladens:
 


						Montag          9.00 - 11.00 Uhr
 

						Dienstag        9.00 - 11.00 Uhr
 

						Mittwoch       14.30 - 17.30 Uhr 
 

						Donnerstag      9.00 - 11.00 Uhr
 

						Freitag         9.00 - 11.00 Uhr
 

 
Im Jahre 1996 waren wir insgesamt 3.248 Stunden ehrenamtlich tätig.

 

  • Urbacher Kleiderladen 1.600 Stunden
     
  • Vorstand und Geschäftsstelle 730 Stunden
     
  • Familienhilfe 180 Stunden
     
  • Betreutes Besuchsrecht 110 Stunden
     
  • Kontakt zum Projekt Untere Uferstraße 95 Stunden
     
  • Schülerferienprogramm 50 Stunden
     
  • Fortbildung, Radfest, Arbeitskreise und
     
  • Begleitung von Selbsthilfe-Gruppen 480 Stunden
     

 

Seit Januar 1996 zählen wir 123 Mitglieder und ein Ehrenmitglied. Nachdem uns 7 passive Mitglieder verlassen haben, traten im vergangenen Jahr 9 neue Mitglieder ein, davon sind die meisten zu aktiver Mitarbeit bereit. Neu hinzugekommen sind:

  • Petra Finkbeiner
     
  • Heidrun Gayer
     
  • Nicola und Thomas Geißele
     
  • Anke Hieber
     
  • Hermann Kircher
     
  • Uta Lutz
     
  • Gisela Redemund
     
  • Gabriele Ziegler
     
  • Christa Zimmermann
     

 
Waren 1995 insgesamt 12 Frauen aktiv, so waren es 1996 schon 15. Sind sind zur Zeit tätig im Vorstand, im Urbacher Kleiderladen, in der Geschäftsstelle, in der Familienhilfe und im Betreuten Besuchsrecht. Für einmalige Aktionen wie Radfest oder Schülerferienprogramm sind noch einmal 19 Frauen der sonst passiven Mitglieder zur Mithilfe bereit. Zusätzlich helfen 5 Nichtmitglieder im Urbacher Kleiderladen unentgeltlich.

 
Vor den Sommerferien gelang uns eine Umstrukturierung in Arbeitsgruppen, für die jeweils eine Ansprechpartnerin bereit ist, auch die Organisation zu übernehmen.
 

  • Urbacher Kleiderladen Ingrid Hauke
     
  • Schülerferienprogramm, Kinderfeste Dorothee Kaiser
     
  • Betreutes Besuchsrecht Brunhilfe Ackerer
     
  • Familienhilfe Nanni-Seifer-Comanns
     
  • Vorstand Nanni-Seifer-Comanns
     
  • Geschäftsstelle Margitta Knauß
     
  • Finanzen Margitta Knauß
     

 
Durch diese Aufteilung erhoffen wir uns mehr Effizienz in der Arbeit. Es entfallen dadurch auch die monatlichen Treffen aller Aktiven. Die detaillierte Arbeit wird mit den Leiterinnen in den einzelnen Gruppen besprochen. Alle aktiven Mitglieder und Interessenten treffen sich 4 mal im Jahr zu Plenumsgesprächen, in denen Berichte über die Arbeit abgegeben werden.
 

 
Arbeitskreise
 
Die Arbeitskreise sind Zusammenschlüsse verschiedener sozialer Einrichtungen bzw. Beratungsstellen, die sich regelmäßig zu verschiedenen Themen zusammenfinden. An ihnen beteiligten sich Mitarbeiterinnen im Auftrag des DKSB.
 

 
Gesprächskreis Kinder- und Jugendhilfe Plüderhausen
 
Der Arbeitskreis traf sich auch 1996 jeden zweiten Monat, um seine Ziele weiter zu verfolgen.
 

 
Nachdem die Bestandsaufnahme der Vernetzung der Jugendarbeit erfolgt ist, hat sich die Realschule Plüderhausen bereiterklärt, in einer AG eine ansprechende Informationsbroschüre zu erstellen.
 

 
Herr Windmüller vom Referat Jugendarbeit des Kreisjugendamtes war zu zwei Terminen eingeladen und referierte über die mobile Jugendarbeit.
 

 
Im Juni stellten Herr Benda vom Kreisjugendamt und Herr Sammet vom Kreisjugendring ihre Erkenntnisse aus den Befragungen im Kreis zum Thema Offene-, Mobile- und Verbandliche Jugendarbeit vor. Bei der Befragung handelt es sich um ein Fortschreibungsprojekt, es gab schon 1990 eine Befragung. Neben den Kindern und Jugendlichen direkt wurden auch Vereine, Kommunen und Dachverbände von verbandlicher Jugendarbeit, Jugendhäuser und Jugendvereine befragt.
 

 
Nach der Sommerpause wurde unter anderem darüber beraten, wie einer kurdischen Familie mit 3 Söhnen geholfen werden kann, über deren Asylantrag noch nicht entschieden ist. Die größten Probleme der Familie sind Sprachschwierigkeiten und die Krankheit des fünfzehnjährigen Sohnes. Nach einer Operation benötigt er dringend Gehhilfen und einen Rollstuhl, um sein Zimmer verlasen zu können. Durch das viele Liegen auf der dünnen Matratze im Wohnheim bekommt er starke Schmerzen. Gemeinsam konnte geholfen werden – die Familie bekommt nun Sprachhilfe, ein Rollstuhl steht dem Jungen zur Verfügung, der DKSB spendete der Familie einen dringend benötigten großen Kochtopf, im „Urbacher Kleiderladen“ durfte die Familie sich kostenlos einkleiden und nach Weihnachten bekam der Junge vom DKSB eine gute Federkernmatratze geschenkt.
 

 
Arbeitskreis Sozialarbeit Schorndorf (AKS)
 

 
Mitglied im AKS sind nachfolgende Institutionen:
 

  • Betreutes Jugendwohnen Remshalden
     
  • Bewährungshilfe Fellbach
     
  • Christliches Zentrum Scala Schorndorf
     
  • Deutscher Kinderschutzbund Schorndorf
     
  • Diakonische Bezirksstelle, Ehe- und Familienberatungsstelle Schorndorf
     
  • FEM (Flexible Erziehungshilfe für Mädchen)
     
  • Förderverein „Kids & Co.“ der Kindestagesstätte Schorndorf
     
  • Frauenbeauftragte Schorndorf
     
  • Jugendgemeinschaftswerk Schorndorf
     
  • Jugendgerichtshilfe Schorndorf
     
  • Jugendhaus Altlache Schorndorf
     
  • Jugendzentrum Hammerschlag Schorndorf
     
  • Keplerschule Schorndorf
     
  • Kreisjugendamt Schorndorf des Landratsamtes
     
  • Mobile Jugendarbeit Schorndorf
     
  • Nachsorge des Vereins für Jugendhilfe e.V. Schorndorf
     
  • Psycho-Soziale Beratuangsstelle Schorndorf
     
  • Psycho-Sozialer Dienst (PAD) Schorndorf
     
  • Sozialdienst im Krankenhaus Schorndorf
     
  • Sozialer Dienst Schorndorf
     
  • Sozialpsychiatrischer Dienst Caritasverband Schorndorf
     
  • Tagesgruppe „Villa 103) Schorndorf
     
  • Verein zur Hilfe für Frauen und Kinder Schorndorf
     

 
Im vergangenen Jahr beschäftigte sich der Arbeitskreis mit dem Asylantenproblem. Er erstellte eine Konzeption für die Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Diese sind weitestgehend sich selbst überlassen, da sie in Deutschland keiner Schulpflicht unterliegen.
 

 
Außerdem unterstützt der AKS die Bemühungen des „Freundeskreis Keplerschule“ um einen Schulsozialarbeiter für ihre Schule. Der Gemeinderat befürwortete eine ABM-Stelle, es stellten sich bis jetzt jedoch keine geeigneten Personen für diese anspruchsvolle Arbeit vor.

 

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