Fallbeispiele

Fallbeispiele aus der tgl. Praxis

 

Wir bitten um Ihre geschätzte Aufmerksamkeit (!)
 
Falldokumentation zum Tag der Menschenrechte am 10.12.2004
 

 
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg hat mehrfach die Bundesrepublik Deutschland wegen Menschenrechtsverletzungen verurteilt, in denen Vätern das Umgangsrecht bzw. Sorgerecht ganz oder teilweise zu Unrecht verweigert wurde :
 
Hier werden weitere aktuelle Fälle dokumentiert, bei denen der Europäische Standard bezüglich des Gewährung des Umgangs bzw. Sorgerechtes aus Sicht der Antragsteller nicht eingehalten wird :
 

 


Herr W., Unternehmer aus Ludwigsburg darf seine 13 jährige Tochter nur einmal im Quartal im Rahmen eines betreuten Umgangs sehen. Auch den Halbgeschwistern wird es bisher völlig verwehrt, ihre Halbschwester zu sehen. Die Mutter des Kindes ist verstorben. Die Erziehungseinrichtung versucht, den leiblichen Vater und den Freund der verstorbenen Mutter gegeneinander auszuspielen. Letztendlich will die staatlich finanzierte Erziehungsstelle das Kind auf Kosten der Steuerzahler bei sich behalten. Dem Vater wird sogar durch die Erziehungseinrichtung verwehrt, seinem Kind Geschenke mitzubringen.
 
Ein krasser Fall, bei dem auch das zuständige Jugendamt Ludwigsburg Kindes- und Vaterrechte mutmaßlich verletzt hat.
 
Herr W hat beim Amtsgericht beantragt, dass seine Tochter in seiner Familie aufgenommen werden darf.
 

 


Herr E. durfte laut Beschluß des AG Nürtingen seine 1990 und 1997 geborenen Kindern alle zwei Monate für zwei Stunden im Rahmen eines betreuten Umgangs besuchen. Der Mutter, die nicht haben möchte, dass der Vater Kontakt zu seinen Kindern haben will, erwirkte in einer Entscheidung des OLG Stuttgart 18 UF 105/2004 am 27.Juli 2004 einen höchst fragwürdigen Beschluss, dass der Vater ( normaler Vater, kein Kinderschänder, kein Sexualverbrecher ) bis zum 31.07.2006 seine Kinder überhaupt nicht sehen darf. Nach dem Bundesverfassungsgericht liegt der Fall nun beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Gut möglich, dass auch hier das Straßburger Gericht dies nicht in Ordnung findet.
 

 


Herr G hat zwei 1997 und 1999 geborene Kinder. Das Amtsgericht Nürtingen gewährte ein Umgangsrecht alle 2 Wochen sowie in den Ferien. In der Entscheidung 15 UF 237/02 vom 07.01.2003 nahm das OLG Stuttgart dem engagierten Vater das Sorgerecht völlig weg und schränkte das ihm gewährte Umgangsrecht mit den Kinder ein. Grund des völligen Sorgerechtsentzugs waren Meinungsverschiedenheiten der Eltern u.a. in Fragen, ob und wie die Kinder geimpft werden sollten. Nach dem Bundes-verfassungsgericht liegt der Fall nun auch dieser Fall beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.
 

 


Die 17 jährige S. bekam ein Kind. In einer Nacht- und Nebelaktion hat das Jugendamt Pforzheim die 17 jährige überredet, das Kind zur Adoption freizugeben, ohne das die Mutter der 17 Jährigen hiervon unterrichtet wurde. Die Großmutter hätte das Kind ihrer Tochter gerne mit der Tochter großgezogen. Die 17 Jährige bereut kurz danach Freigabe zur Adoption, welche die 17 jährige als Überrumpelung ihres Willens empfand.
 

 
Nachdem deutsche Gerichte alles für in Ordnung empfanden, liegt der Fall nun zur Entscheidung beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.
 

 


Die Fälle werden durch die Anwaltskanzlei Eschle, 70499 Stuttgart betreut.
 


Die durch die Kanzlei vertretenen Antragsteller sind mit der Veröffentlichung einverstanden. Mit Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte der Kinder werden ihre Namen nicht genannt.



 
 



 
[ Auch betroffene Mütter leiden unter der Behördenwillkür ]
 
Der Fall Nemitz aus Ludwigsburg
 
Mein Kind Philipp N. wurde im Juni 1996 geboren. In der Schwangerschaft hat mich der Vater des Kindes verlassen. Nach der Geburt meines Sohnes wurden wir in einem Mutter-Kind-Projekt in Ludwigsburg aufgenommen. Die Akte darüber ist seltsamerweise nicht mehr auffindbar, als sie von meinem RA eingesehen werden sollte. Bis das Kind 1 Jahr alt war hatte ich weder zum KV noch zu meinen Eltern und der Verwandtschaft Kontakt.
Danach wollte ich den Kontakt zu meinen Eltern wieder aufbauen, welcher sich sehr negativ gestaltete.
 
Im Folgejahr der Kontaktpflege kam es zu einer Situation, die mich aufhorchen lies. Als ich unbemerkt in die Wohnung meiner Mutter kam, wo ich mein Kind gelassen hatte, bekam ich im Hintergrund mit, wie meine Mutter dem Kind klar machen wollte, dass sie nicht die Oma sei ,sondern die Mutter. Mein Kind solle demnach zur Oma Mama sagen.
 
Auf Grund dieses Vorfalls teilte ich meinen Eltern mit, dass ich wegziehen werde und mein Kind mitnehme.
 
Nach dieser Mitteilung setzte sich plötzlich das Jugendamt Vaihingen-Enz mit mir in Verbindung. Auf dem Amt wurde mir mitgeteilt, dass diesem zu Ohren gekommen wäre, ich hätte nach der Geburt unter eine Schwangerschaftsdepression gelitten. Ich wollte wissen von wem er diese Info hätte und er teilte mir mit, dass er diese Info von meinen Eltern und dem Hausarzt der Eltern habe.
 
Der Sozialarbeiter des JA verlangte dann von mir, ich solle einen Besuch bei meiner damaligen Psychologin machen und von dieser verlangte er dann, sie solle mir eine Spritze verabreichen, sonst würde mir mein Kind weggenommen. Die Psychologin erklärte den SA, dass ich keine Spritze notwendig hätte, da bei mir seit zwei Jahren keine psychischen Probleme vorhanden seien, Ich hatte lediglich eine postnatrale Schwangerschaftsdepression gehabt.
 
Der SA bestand darauf und so bekam ich eine Spritze. Weiter bestand der SA darauf, dass ich ihn am nächsten Tag von meinen Eltern aus um 10 Uhr anrufen solle.
Ich ging also in gutem Glauben um 9 Uhr mit meinem Kind zu meiner Mutter. Als ich dort ankam drehte meine Mutter völlig durch und schrie mich dabei herum: „Mein Kind währe ihr Sohn und ich wäre nie seine Mutter und ich sei der letzte Dreck“.
Die ganze Situation eskalierte! Mein Sohn schrie nach mir – meine Mutter rannte hilfeschreiend aus dem Haus und dann wieder hinein und benahm sich dabei als wolle ich ihr etwas antun. Ich stand in der Küche und hatte ein Messer in der Hand und schnitt mir aus der Situation heraus in den linken Arm.
Wie auf Bestellung stand plötzlich der Hausarzt meiner Mutter bei mir. Meine Mutter riss mein Kind an sich, sperrte mich und den Hausarzt ein und rannte mit dem Kind aus dem Haus.
 
Ich rief meine Psychologin und den Arzt an. In der Zeit des Wartens schlug der Hausarzt meiner Mutter auf mich ein und meinte: „da ich ihn bei der Ärztekammer wegen Schweigepflichtverletzung angezeigt hätte, werde er jetzt dafür sorgen, dass mir mein Kind weggenommen wird“.
 
Ich kam ins Krankenhaus und weil man nicht wusste, wohin mit mir, steckte man mich in die Psychiatrie. Der behandelnde Arzt erkannte die Situation und meinte, es handle sich um eine autoaggressive Tat aufgrund meiner Eltern, die mir auf böswillig geplante Art und Weise in Personalunion mit dem Hausarzt meiner Mutter und dem JA Vaihingen Enz mein Kind weggenommen haben.
 
Zwei Tage später wurde ich einer Staatsanwältin in Heilbronn vorgeführt und man stellte mir die Frage: Ob ich mich beobachtet fühle? ( Im Raum waren 3 Polizisten, die Staatsanwältin und meinem RA, der untätig war). Ich antwortete mit: Ja.
 
Daraufhin lies mich die Staatsanwältin bis zum Abschuss der Ermittlungen in die Psychiatrie einweisen. Die Ermittlungen wurden am Vorwurf der Kindesmisshandlung festgemacht, die 11 Wochen dauerten und danach eingestellt wurden.
 
Der Kontakt mit meinem Kind wurde mir von Seiten des JA ein Jahr lang verweigert. Ein neuer Anwalt wurde von mir beauftragt und ich bekam alle vier Wochen unter strenger Bewachung für zwei Stunden einen Kontakt mit meinem Kind. Mein Sohn erkannte mich nicht mehr und nannte mich Tante. Alle Erinnerungen, die ich ihm zum Kontakt mitbrachte, versteckte er im Kindergarten bei seiner Erzieherin. Am Telefon erzählte er mir, wie sehr er an diesen Erinnerungen hinge, aber zu den Großeltern dürfe er diese Sachen nicht mitbringen.
 
Ich konnte erreichen, das mein Kind einer Psychologin vorgestellt wurde, die dann feststellten, dass die Großeltern dem Kind einredeten, die Wohnung von seiner Mama sei abgebrannt und die Mama sei tot und deshalb wohne er jetzt bei den Großeltern.
 
Beim Jugendamt wurde der Gedanke laut, dass sie das Kind in ein Heim stecken wollen.
 
Zu diesem Zeitpunkt nahm Frau Nemitz Verbindung zur AVRK auf. Wir unterstützten die Frau Nemitz dahingehend, dass das Kind zunächst zu einer Pfl.-Familie kam.
 
Wir gingen mit der Frau Nemitz und den RA zu Jugendamtsverhandlungen um darüber zu beraten, auf welche Art und Weise das Kind von den Großeltern weggeholt werden sollte.
 
Letztendlich war klar, dass das Kind zu den Pfl.-Eltern überführt werden solle und die KM ein Umgangsrecht erhalten solle, welches zur Rückführung in den mütterlichen Haushalt betragen solle.
 
Der Umgang mit dem Kind wurde immer besser und es wurde auch von Seiten des JA einer Rückführung bis Ende der Sommerferien 2003 zugestimmt. (Siehe dazu Jugendamtsbericht)
 
Die KM meldete ihr Kind bei der Schule an und richtete auch in ihrer Wohnung alles zur Rückkehr ihres Kindes her.
 
Bei der Verhandlung dann die Überraschung. Das Jugendamt teilte mit, dass das Kind derzeit bei den Großeltern in Urlaub sei und nicht zur Mutter zurück wolle.
 
Es war schon berauschen, mit welchen Tricks das Kind ohne Zutun von seiner ursprünglichen Meinung, zur Mutter zu wollen, abbrachte. Die Großeltern haben zum zweiten Mal ganze Arbeit geleistet.
 
Bei Frau Nemitz ging jetzt der Rollladen runter und sie wollte nicht mehr weiterkämpfen auch mit Rücksicht auf die Restfamilie. Der Stress musste einfach ein Ende haben.
 
In der Folgezeit ging es dann sehr holprig weiter, einmal wollte das Kind Kontakt, einmal nicht usw. – natürlich gesteuert von der Pfl.-Familie, Schließlich hatten sich diese mittlerweile ein großes Auto geleistet und das Kind ist eine gute Kapitalanlage.
 
Es liegen schriftliche Aussagen vor, wonach das Jugendamt auch den zweimaligen Urlaub des Kindes, in einem Jahr in Amerika finanzierte und die KM soll zahlen.
 
Fazit: Nehmt den Familien die Kinder weg, sie werden geschädigt sein ein Leben lang und der Steuerzahler muss bezahlen, denn die zerstörte Familie kann es nicht.
 



1 [ Child in Time ] – Fasten Seat Belts – Wir steigern Ihre Übelkeit…



 

 
Der Skandal von Mannheim
 

 
Vorwort:
 
 
Dieser Text beschreibt ausführlich den normalen Wahnsinn den von Missbrauchsverdächtigungen verfolgte Eltern und Kinder häufig erleben müssen.
 
Um die Fehlerhaftigkeit des Verhaltens der Verantwortlichen zu verdeutlichen, wurden viele Zitate aus der Fachliteratur eingearbeitet, was die Lesbarkeit des Textes leider etwas erschwert. Andererseits können und wollen wir den Lesern nicht zumuten, das Unglaubliche und die Erläuterungen einfach zu glauben. Vielmehr geht es darum, das Unglaubliche zu wissen und zu kennen.
 
Es gibt einen weiteren Bruch in der folgenden Darstellung: Wir können und wollen unsere emotionale Betroffenheit über das hier Vorgefallene nicht unterdrücken. Deshalb konnten wir uns einer gewissen Polemik nicht enthalten, die konsequent in unseren Anmerkungen zu finden und auch durch Hervorhebung deutlich vom übrigen Text getrennt sind. Es wird deutlich werden, dass selbst polemische Worte dem Wahnsinn des Vorgefallenen nur annähernd Ausdruck verleihen können.
 
Diese Realität lässt sich weder übertreiben, noch karikieren.


 
Kurzdarstellung:
 

 
Kindergärtnerinnen bedrängen und befragen zwei Kinder A.1 (ein Mädchen, zu Beginn der Ereignisse noch keine 4 Jahre alt) und F. (ein Junge, 5 Jahre alt) mit anatomischen Puppen und betreiben altersunangemessene sexuelle Frühaufklärung an den Kindern. Sie deuten die Aussagen der Kinder als erlebten „sexuellen Missbrauch. Die Eltern werden verdächtigt, die Kinder missbraucht zu haben. Die Kindergärtnerinnen schalten das Jugendamt ein, welches vor dem Amtsgericht Mannheim eine Übeltragung der elterlichen Sorge auf den Amtsvormund erwirkt. Vor diesem Beschluß werden die Eltern weder vom Jugendamt, noch vom Gericht angehört. Die Kinder werden in einem Heim untergebracht Der verdächtigte Vater darf die Kinder überhaupt nicht sehen (er wird zudem strafrechtlich verfolgt), die Mutter nur selten und unter großen Behinderungen. Ein Gutachter vom Gericht beauftragt, um die Verdächtigungen zu prüfen. Sein Ergebnis: Die Verdächtigungen entbehren jeder sachlichen Grundlage. Das Jugendamt versucht, dem Gutachter nun völlig unqualifiziert Mängel nachzuweisen. Der Richter urteilt, dass die Kinder nach Hause kommen sollen, zudem soll ein Familienhelfer eingesetzt werden. Der Vater dürfe die Kinder jedoch weiterhin nicht sehen. Erst fünf Monate nach Erstellung des Gutachtens kommen die Kinder nach Hause. Das Jugendamt verfolgt die Mutter weiterhin mit den Missbrauchsverdächtigungen.
 

 

Die Namen wurden anonymisiert

 

 
Das Ergebnis bis jetzt: Zwei psychisch stark geschädigte Kinder, die fast ein Jahr lang unnötig im Heim untergebracht waren, als Missbrauchsopfer behandelt und stigmatisiert und von den Eltern fast vollständig getrennt wurden. Die Eltern wurden nicht nur kriminalisiert, sondern unter eklatantem Vorstoß gegen verfassungsmäßig verbriefte Grundrechte aller Elternrechte beraubt. Dieser Fall reiht sich in die Serie moderner Hexenverfolgung ein, für die insbesondere (aber nicht nur) das Bundesland Rheinland-Pfalz z.B. durch die sog. Wormser Kinderschänderprozesse bekannt geworden ist. Bezeichnend für Fälle dieser Alt ist, dass deren Betreiber selten zur Rechenschaft gezogen werden und deswegen unter dem Deckmantel angeblichen Kinderschutzes ihr kindeswohl- und familienschädliches Treiben foltsetzen können.
 

 
Die Details:
 
Das Jugendamt Mannheim stellt einen Antrag auf einstweilige Anordnung zur Herausnahme der Kinder aus der Familie. Die Eltern sollten vorher nicht angehört werden. Grundlage dafür ist eine Dokumentation von Gesprächen, Äußerungen und Beobachtungen der Kindergärtnerinnen unter Anleitung einer Mitarbeiterin des „Notruf und Beratung für sexuell misshandelte Frauen und Mädchen e. V“, C 1,4 – 68159 Mannheim.
 

 
Im Antrag heißt es:
 

 
Die von Kindergartenseite erstellte Dokumentation des Verhaltens und der Äußerungen der Kinder …deuten auf Vernachlässigung und Gewalterfahrungen auf verschiedenen Ebenen hin. Eine Reihe von Äußerungen begründen den Verdacht, dass … [die Kinder] seelischer Misshandlung bzw. sexueller Übergriffe ausgesetzt waren und sind. …Der Schutz der Kinder war nach eingehender Beratung unmittelbar sicherzustellen.“
 

 
Ein Ausschnitt aus der „Dokumentation“:
 

 
22.11.

      „…[Eine Erzieherin] schlägt A. vor, nach dem Essen wieder ausruhen zu gehen. A. möchte auf den Arm getragen werden. Arrangiert im Rollenspielraum wieder alles in gewohnter Weise (Matratze, Decken, Kissen) und möchte alle Puppen mitnehmen, außer einer.

      A: die nackige Puppe will ich nicht

      Erzieherin: Warum denn nicht?

      A: (lacht verlegen) Ich will nicht die nackige Puppe.“

ist sehr aufgedreht, springt wild herum, lacht, wirft die Sachen herum, legt sich hin, steht auf, legt sich wieder hin usw. und sagt mir ständig, was ich machen soll

      (leg dich hin, deck dich zu usw.)

      Ich lege alle Puppen auf die Matratze, auch die nackte, die ein Junge ist und einen Penis hat.

      Ich frage A., ob die Babys Mädchen oder Jungen sind. Sie benennt alle Puppen, wo bei sie auch nur die Puppe mit dem Penis als Jungen bezeichnet. Ich frage: Warum weißt du dass dieses Baby ein Junge ist?

      A: Wegen dem Pimmel.

Bäah!
 

 

 
Anmerkung: Es lohnt an dieser Stelle nicht weitere Details der „Dokumentation“ 11 zu schildern.
 
 
Das Gutachten (s. u.) nimmt dazu ausführlich Stellung. Die weiteren Anmerkungen sind bestenfalls ein Beleg für die sexuelle Phantasie der Kindergärtnerinnen. Die zitierte Stelle ist aber in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: Offensichtlich fanden Arrangements „in gewohnter Weise mit hochsuggestiven anatomischen Puppen“ statt, und zwar gegen den ausdrücklichen Willen von A.,‘ beim Spielen lauerten die Kindergärtnerinnen auf auszuwertende Aussagen. Was war nun das Ergebnis. Das Mädchen weiß, dass ein Junge z.B. auch ihr Bruder einen „Pimmel“ hat. Oder geht es um das „Bäh am Ende des Zitats.
 

 
Zur Problematik der anatomischen Puppen existieren schon eine Vielzahl von Fachaufsätzen:
 

 

      „Empirische Studien liefern …keinen Beleg für ein erhöhtes Suggestionspotential anatomischer Puppen.“ (Greuel u.a., 1998, S. 211, im Original kursiv; vgl. auch Undeutsch 1994, S. 250) „Als problematisch erwies sich jedoch die puppengestützte Befragung dann, wenn sie unter Verwendung inhaltlicher Vorhalt- und Suggestivfragen geführt wurde.“ (Greuel u.a., 1998, S. 212, im Original kursiv)

      Hierzu sehr deutlich Undeutsch: „In den zahlreichen Fällen, in denen ich in Gutachten und Stellungnahmen Berichte über Ergebnisse, die durch Befragungen unter Verwendung anatomischer Puppen erzielt worden sind, gelesen habe, habe ich bis jetzt noch keinen Fall gefunden, in dem nicht die Verwendung der Puppen in verhängnisvoller Weise mit suggestiver Befragung verquickt gewesen wäre. Die gleichen Erfahrungen haben auch andere Sachverständige nahezu ausnahmslos gemacht.“ (Undeutsch, 1994, S. 250)

      „Wenn, wie Steller (1991) zurecht problematisiert, derartige Suggestionseffekte bereits durch gemessen an der (forensischen) Realität eher schwachen Suggestionsbedingungen im Rahmen experimentalpsychologischer Studien wie der von Saywitz, Goodman, Nicholas und Moan (1991) erzeugt werden können, muß jedoch für langwierige und intensive „Aufdeckungsprozesse“ ein erheblich gesteigertes Suggestionsrisiko befürchtet werden, wenn anatomische Puppen in unsachgemäßer, nämlich suggestiver Weise eingesetzt werden. Eine Potenzierung dieser Fehlerquellen dürfte insbesondere in intensiven Aufdeckungsprozessen zu erwarten sein, in denen Kinder nicht nur unter suggestiven Befragungsbedingungen regelmäßig zum Spiel mit anatomischen Puppen angeregt, sondern zusätzlich mit entsprechenden Erwartungshaltungen erwachsener (Vertrauens)-personen konfrontiert werden (Greuel 1997).“ (Greuel u.a., 1998, S. 212)

      ,,[Es] ist unbestritten, dass suggestive Befragungstechniken im Umgang mit (vermutlich) sexuell missbrauchten Vorschulkindern generell -sei es mit, sei es ohne Darbietung anatomischer Puppen -zu eklatanten Urteilsfehlern führen können.

      Wenn derartige Suggestionseinflüsse aber nicht nur auf der verbalen Ebene wirksam werden, sondern zusätzlich noch im spielerischen Handeln aktional gefestigt werden, dürfte die Gefahr derartiger Verfälschungseffekte noch um ein Vielfaches gesteigert werden.“ (Greuel u.a., 1998, S. 213)

      „Aus der gutachterlichen Erfahrung der Verfasser bedarf es des Einsatzes anatomischer Puppen nicht, um Kinder zu inkriminierten Missbrauchserlebnissen zu explorieren.“ (Greuel u.a., 1998, S. 213)

      Undeutsch erwähnt zudem eine experimentelle Untersuchung von Bruck, Ceci, Francoer und Renick, nach der „anatomisch korrekte Puppen“ auch an sich, ohne zusätzliche Suggestivbefragungen, ein Suggestionspotential bergen.

      „Irgendein Gewinn an Genauigkeit oder Zuverlässigkeit der Angaben über die Vorgänge bei der Untersuchung wurde durch die Verwendung der anatomischen Puppen nicht erreicht, vielmehr hatte die Verwendung der Puppen durchaus verhängnisvolle Folgen für die Richtigkeit der von den Kindern gemachten Angaben, insofern als sie die Kinder dazu provozierten, Angaben über erfahrene Berührungen der Genitalregion zu machen, die tatsächlich nicht stattgefunden hatten.“ (Undeutsch, 1994, S. 251f.; vgl. Undeutsch, 1995, S. 8)

      An anderer Stelle beschreibt Undeutsch die suggestiven Wirkungen der Arbeit mit anatomischen Puppen wie folgt:

      „Jedes diagnostische Instrument mus zwei Bedingungen erfüllen: es mus standardisiert sein und die damit erzielten Befunde müssen spezifisch sein. Beides ist bei diesen Puppen in keiner Weise gegeben. Diese Puppen sind oft selbst gebastelt. Im Handel werden sehr verschiedene Größen und Typen angeboten. Die Geschlechtsteile sind häufig überproportional groß und auffallend (schwarze Pubesbehaarung). Diese -in der Lebenserfahrung des Kindes -ungewöhnlichen Puppen mit so auffallenden Genitalien (denn andere Puppen weisen solche nicht auf), sind, wie ich zu sagen pflege, „materialisierte Suggestivfragen“. Ihre Verwendung als diagnostisches Verfahren zur Feststellung, ob Missbrauch bei dem untersuchten Kind vorgelegen hat, wird in Fachkreisen daher allgemein abgelehnt. Die amerika nische Psychologin Nauman (1985) erblickt in der Darbietung dieser Puppen sogar eine Form des sexuellen Kindesmissbrauchs. Darbietungsweise, Instruktion und Interaktion des Untersuchers mit dem Kind sind nicht festgelegt und lassen daher dem Belieben des Untersuchers grenzenlosen Spielraum.

      In der eigenen Begutachtungspraxis habe ich gesehen, dass Kindergärtnerinnen, Sozialarbeiterinnen, SoziaIpädagoginnen, Spieltherapeutinnen, Psychotherapeutinnen jeglicher Provenienz sehr stark steuernd in den Umgang des Kindes mit den Puppen eingreifen: es darauf hinweisen, dass man die Puppen entkleiden kann, das Kind auffordern, die Puppen auszuziehen, und, wenn es das Kind nicht tut, selbst die Puppen ausziehen und dem Kind die entkleideten Puppen in die Hand drücken mit der Aufforderung, es solle einmal probieren, was man damit alles machen könnte. Natürlich erkennt das Kind, dass dann, wenn ein Gegenstand eine Erhebung und ein anderer eine Vertiefung hat, beide Gegenstände ineinander gesteckt werden können (das Prinzip der Lego-Bausteine). Beim probierenden Hantieren mit den Puppen kommen dann auch Stellungen vor, die Erwachsene als mögliche Sexual Handlungen zu erkennen vermögen. Man Mus dann nur im richtigen Augenblick auf den Auslöseknopf der Kamera drücken, und schon hat man einen

„Beweis“

      für ein Spielverhalten, dass angeblich eindeutig auf erlebten sexuellen Missbrauch hinweist oder zumindest einen starken Verdacht in dieser Hinsicht begründet, der dann durch entsprechend zielgerichtete Befragung leicht erhärtet werden kann. Ein solches Vorgehen dient der Bestätigung dessen, was man ohnehin geahnt hatte. Wer so vorgeht, begibt sich auf das Niveau der Kaffeesatz-Deuterei.

Aus Gründen der Nachvollziehbarkeit ist eine unverzichtbare Forderung, dass die Puppenspiel-Situation vollständig auf Video-Band festgehalten wird.

      “ (Undeutsch, 1993)

Letzteres kommt natürlich so gut wie nie vor.

Ähnlich deutlich äußert sich Schade:

      „…[Die anatomisch korrekten Puppen] sind ein ebenso beliebtes wie untaugliches Instrument zur Diagnostik sexuellen Missbrauchs …Sie sind zur Diagnostik sexuellen Missbrauchs völlig ungeeignet, da ihr sexueller Aufforderungscharakter so groß ist, dass sie nicht differenzieren können zwischen missbrauchten und nicht missbrauchten Kindern. Im Gegenteil, ich würde meinen, auffällig wäre ein Kind, das mit diesen Puppen nicht in sexuelle Spiele verfallen würde.

      „Anatomisch korrekte Puppen sind kein Diagnostikum für sexuelle Missbrauchserfahrungen.“ (Steller, 1995, S. 61)

O.g. Erkenntnisse fanden auch Eingang in die höchstrichterliche Rechtsprechung:

    „Im Gegensatz dazu kommt der Ausdeutung von Kinderzeichnungen sowie der Deutung von Interaktionen, die Kinder unter Einsatz sog. anatomisch korrekter Puppen darstellen, in forensisch-aussagepsychologischen Gutachten in diesem Zusammenhang keine Bedeutung zu.“ (BGH 1 StR 618/98)

 

 
Anmerkung: Soweit zur Theorie. Den Jugendamtsmitarbeitern und dem Richter fällt weder auf, dass Kindergärtnerinnen keine Explorationen durchführen können und dürfen, noch dass das suggestive Umfeld durch den Einsatz anatomischer Puppen zusätzlich verstärkt wird
 

 
„Ungeeignet ist z.B. eine Datenerhebung durch Erzieherinnen, die -über eine Beobachtung und einige wenige behutsame Fragen in der Phase eines konkreten Anfangsverdachts hinausgehend -mit systematischer, suggestiver Befragung oder Spielen mit anatomisch korrekten Puppen …arbeitet. Die erforderliche diagnostische Kompetenz ist auch bei Sozialpädagogen und selbst Psychologen im Regelfall nicht vorhanden. Wenn schon die Datenerhebung eine Pflichtwidrigkeit war, ist es die Weitergabe der erhobenen Daten an das Jugendamt meist ebenfalls. Eine Rechtfertigung hierfür könnte sich nur aus dem Gesichtspunkt der Erforderlichkeit der Datenübermittlung ergeben…
 

 
In ungeeigneter Weise erhobene und damit weitgehend unbrauchbare Daten weiterzugeben, könnte man nur dann für erforderlich halten, wenn man annimmt, das sie dem Jugendamt vorgelegt wurden, damit es sie vor Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens sachkundig überprüfe oder überprüfen lasse. Abgesehen davon, das fachkundige Verifizierungsbemühungen seitens des Jugendamtes in den besonders im Jahre 1993 an die Öffentlichkeit gedrungenen Fällen offenbar nicht erfolgt sind:
Ihr Ergebnis wäre auch unzuverlässig, da nicht auszuschließen ist, das die Aussagen des Kindes vom Erleben der vorhergehenden Befragung so überformt sind, daß es nicht mehr möglich ist, das vom Kind selbst erlebte Geschehen von den Einflüssen zu unterscheiden, die die früheren Befragungen auf die Berichte des Kindes haben.
 

 
Anders ist es allerdings, wenn die Abklärung in der Regie des Personals einer Kindertageseinrichtung liegt, das hierzu nicht hinreichend qualifiziert ist und Explorationspraktiken anwendet, die das Ergebnis einer späteren sachkundigen Exploration des Kindes zu verfälschen geeignet sind. Die Erhebung der Daten und ihre Weiterleitung an das Jugendamt sind in einem solchen Fall bei gebührender Gewichtung der gravierenden Auswirkungen auf die Persönlichkeitssphäre des Verdächtigten auch durch die Motivation und das Ziel des Kinderschutzes nicht gerechtfertigt. Zur Wahrung des Kindeswohls gehört schließlich auch eine genügende verfahrensmäßige Absicherung gegen die Gefahr der unbegründeten Trennung des Kindes von seinen Eltern.
 

 
In Anbetracht der Gefahr einer unbegründeten Trennung des Kindes von seinen Eltern ist bei der Abklärung eines Mißbrauchsverdachts eine besondere Sorgfalt geboten, an der es bei gewissen Vorgehensweisen der Mitarbeiterinnen einer Kindertageseinrichtung fehlt, so daß auch die für die deliktische Haftung erforderliche Fahrlässigkeit gegeben ist. Daß einzelne Erzieherinnen Fortbildungsveranstaltungen besucht hatten, auf denen sie offenbar zu den von ihnen geübten Explorationspraktiken veranlaßt wurden, ändert an der Fahrlässigkeit ihres Verhaltens nichts.
 

 
Problematisch wäre in diesem Zusammenhang [mit dem Datenschutz]vor allem die Datenweitergabe an Organisationen, bei denen schon wegen ihres parteilichen Ansatzes die Verläßlichkeit der Resultate von vornherein in Frage gestellt ist…
 

 
Wenn Explorationsmaterial von Mitarbeiterinnen einer Kindertagesstätte übermittelt worden ist, muß deren Qualifikation für die Aufdeckung eines sexuellen Mißbrauchs stets Zweifeln unterliegen. Die zuständige Fachkraft im Jugendamt muß deshalb, wenn es ihr selbst an der für die Beurteilung der Informationen erforderlichen Kompetenz mangelt, zunächst eine sachkundige Stelle einschalten, die über das weitere Vorgehen Auskunft erteilen kann “ (Ollmann, 1996)
 
Anmerkung: In diesem Fall wurde also ungefähr alles falsch gemacht, was überhaupt möglich war. Wohlbemerkt schaden Befragungen der Kindergältnerinnen der Aufklärung der Sache auf jeden Fall und nur selbsternannte „Professionelle können über diese triviale Tatsache eine andere Meinung vertreten.
 

 
Es ergeht eine vorläufige Anordnung des Amtsgerichts Mannheim, das Erziehungsrecht auf das Stadt jugendamt Mannheim zu übertragen. In der Begründung heißt es:
 
„Die von der Kindergartenseite erstellte Dokumentation des Verhaltens und der Äußerungen der Kinder A. und F. deuten auf Vernachlässigung und Gewalterfahrungen auf verschiedenen Ebenen hin.
 
Eine Reihe von Äußerungen begründen den Verdacht, dass A. und F. seelischer Misshandlung bzw. sexueller Übergriffe ausgesetzt waren und sind.
 
Anmerkung: Dieser Aktionismus ist leider typisch. Zuerst wird sicherheitshalber die Familie zerstört weil jemand unqualiflziert eine Behauptung aufstellt. Die Schwere des behaupteten Vergehens ersetzt die Notwendigkeit des Beweises.
 

 
Sicher ist es grundsätzlich falsch, die Weisheit eines Urteils oder einer richterlichen Entscheidung in diesem Lande in Zweifel zu ziehen, wer auch immer der Richter sei, um was auch immer es sich handeln mag. Das liegt an der Würde des Amtes, die natürlich auch hier nicht beschädigt werden soll.
 

 
Wäre besagte Person ohne Amt, würden sich schon Fragen auftun. Ist denn in solchen Fällen die Herausnahme des Kindes aus der Familie nicht die letzte Maßnahme, die zu ergreifen wäre, gerade auch hinsichtlich der Schwere des auch die Grundrechte der Familie betreffenden Eingriffs, der mit Sicherheit erhebliche negative Konsequenzen für die Kinder haben wird? Hätte er sich nicht selbst ein Bild von den Kindern,dem Kindergarten, den Kindergältnerinnen machen, vielleicht sogar mit den Eltern reden können (persönlicher Kontakt I), bevor er zu einer dermaßen halten Maßnahme greift. Gibt es nicht auch bundesweit anerkannte Gutachter beim Verdacht auf sexuellen Missbrauch, zu denen er hätte Kontakt aufnehmen können.
 

 
Auch Kenntnisse um die Missbrauchsprozesse in Worms hätten hier zur Vorsicht gemahnen können. Auch die Rechtlage hätte hier Beachtung finden müssen.
 

 
Von besonderer Bedeutung für die rechtliche Beurteilung vormundschaftsgerichtlichen Handelns ist daher, dass jeder Eingriff des Vormundschaftsgerichts in die Familie, auch wenn er zugunsten des Kindes geschieht, nicht nur in die Rechte der Eltern eingreift, sondern vor allem auch das Kind selbst belastet und daher dessen Wohl gefährdet. Es stellt also zugleich auch einen staatlichen Eingriff in das Recht des Kindes auf Achtung seines Familienlebens (Art. 8 I EMRK bzw. Art. 6 GG) dar. Daraus folgt zunächst, dass es das vorrangige Ziel jeder Maßnahme des Vormundschaftsgerichts sein muß, dem Kind in der Familie zu helfen, nicht die Familie zu zerstören.
 

 
Daraus [aus den Gesetzen] folgt zum einen, dass alles getan werden muß, um die Situation in der Familie dahin zu beeinflussen, dass das Kind dorthin zurückkehren kann, und zum andern, dass alles unterlassen werden muß, was die mit der Trennung zwangsläufig einhergehende Entfremdung des Kindes von seiner Familie zusätzlich vertieft und verstärkt.
 
Bei der …Abwägung der mit dem Eingriff in die Familie verbundenen Risiken für das Kind mit der Anlaß und Grund der Maßnahme bildenden Gefahr muß auch berücksichtigt werden, inwieweit der Sachverhalt geklärt und wie zuverlässig die „Gefahr für das Kindeswohl“ festgestellt ist. Je gravierender der Eingriff in das Elternrecht und je stärker durch die Maßnahme gegen die Familie das Kind geschädigt wird, desto sicherer muß die Gefährdung des Kindes festgestellt sein.“ (Lipp, 1996)
 
Anmerkung: Das Jugendamt handelt in diesem Fall wie üblich. Unkonsequenz, Zaghaftigkeit muß ihm nicht vorgeworfen werden. Es gibt nichts zu überlegen, wo Kinderseelen in Gefahr sind, koste es, was es wolle, auch wenn die negativen Folgen des eigenen Handelns gerade für die Kinder zumindest für Laien offensichtlich sind JA -Mitarbeiter sind häufig nicht in der Lage, die kindeswohlschädlichen Folgen des eigenen Handelns wahrzunehmen: Empathie wird durch Ideologie ersetzt. Eine Reflexion über das eigene Handeln und dessen katastrophale Konsequenzen konnte bei den Verantwortlichen des Jugendamtes bis auf den heutigen Tag nicht beobachtet werden.
 

 
Die Kinder kommen noch am selben Tag in die Notaufnahme des Kinder- und Jugendheims.
 
Anmerkung: Es existieren diverse Berichte des Kinder- und Jugendheims über die Kinder auf die das Gutachten (s.u.) entsprechend eingeht. Diese Berichte sehen -unabhängig von diesem Fall- in der Konstruktion sehr ähnlich aus;

  • 1. Dem Kind geht es nicht gut insbesondere gibt es die Auffälligkeiten …
  • 2. Dem Kind geht es im Verlauf merklich besser das Kinderheim tut dem Kind gut. Insbesondere die schrecklichen Erinnerungen an die Familie werden weniger.
  • 3. Es ist noch ein weiter Weg/ das Kind sollte noch lange im schönen Heim bleiben. (Schließlich ist Familie da wo ein Kind ist. ein Heim ist demnach eine Hypetfamilie.)

 
Böse Zungen behaupten immer wieder dass die Heime ein Eigeninteresse haben/ die Kinder lange zu behalten. So erhält ein Heim pro Kind und Monat oft mehrere Tausend Euro. Das Geld ist natürlich gut angelegt;
 
Das Kind erhält persönliche und globale -und subjektiv unverzerrte- Zuwendung der Erzieherinnen/ was möglicherweise eine Verwirklichung der //Lufthoheit über den Kinderbetten“ darstellt. Bisher konnte allerdings empirisch nicht belegt werden, dass Heime besser als Eltern für die Kinder geeignet seien. Auch in diesem Fall gibt es eher gegenteilige Hinweise aus den Berichten des Kinderheims (und nur insofern sind diese auch interessant);
 

 
Über K: „Bezüglich des Sozialverhaltens lässt sich sagen, dass er sich schon in den ersten Tagen (bis zum heutigen Tag) gegenüber anderen aggressive Verhaltensweisen zeigte; häufig (manchmal sogar mehrmals am Tag) schubste, trat oder schlug er Jüngere (darunter auch einen Zweijährigen), Gleichaltrige und sogar Mitarbeiterinnen. …Unmittelbar nach solchen aggressiven Verhaltensweisen von K. war …zu beobachten, dass er zusammenzuckte, die Augen zukniff, den Kopf senkte, sich mit bei den Händen die Ohren zuhielt und für Minuten stocksteif mit völlig angespannterMuskulatur dastand. …Als auffällig wurde auch sein Essverhalten beobachtet …“
 
Über A: „Während das Mädchen in der Anfangszeit insgesamt eher ruhig wirkte, zeigte sich schon bald nach Aufnahme im Kinderheim zeitweise regelrechte Wutanfälle [Logik?]; begleitet werden diese aggressiven Verhaltensweisen mit Schimpfwörtern, die sie laut eigener Aussage „vom Papa kennt“. In solchen Wutanfällen kratzt, tritt und schlägt sie mit der Faust andere Kinder ins Gesicht, z. T. schlägt sie sogar nach den Mitarbeiterinnen. …Im Gruppenalltag zeigt A. provozierendes, oppositionelles Verhalten: [A]uf Aufforderungen der Mitarbeiterinnen reagiert A. sofort erst mal mit „Nein!“ und ermuntert im Beisein der Mitarbeiterinnen andere Kinder ausdrücklich und konkret, Aufforderungen der Mitarbeiterinnen nicht zu erledigen. Mehr und mehr ärgerte sie auch andere Kinder …“
 

 
Anmerkung: Nein, die Kinder sind nicht glücklich im Kinderheim, und noch schlimmer: Sie funktionieren nicht richtig. Es mangelt an Gehorsam! Das könnten sie von der Mutter haben:
 

 
„Die Kindesmutter brachte den Kindern in beiden Besuchen Süßigkeiten (Lutscher und Schokolade) mit, und gab sie ihnen, indem sie sagte, das „habe der Papa ihnen geschickt; er habe die Tüten gepackt.“ Entgegen der Absprache mit Herrn S. sprach sie die Kinder somit auf den Vater an. Beide Kinder nahmen die Süßigkeiten an, fragten nicht nach dem Vater und gingen auch im Weiteren nicht auf ihn ein.“
 

 
Anmerkung: Für diese Erpressung einer „Absprache“ (gemeint ist ein Befehl) mangelt es jeglicher Rechtsgrundlage. Der „schwarze Mann“ darf nicht einmal genannt werden! Das Jugendamt lässt sich durch Gesetze nicht einschüchtern, wenn es darum geht, den Kindern Schlimmstes zu ersparen!
 
Wie ist aber die Rechtslage?
 
„Ist beiden Eltern die Personensorge entzogen worden, so behalten sie gleichwohl das Recht auf persönlichen Umgang mit dem Kind (§ 1634 I I BGB), das ihnen durch das Grundgesetz (Art. & I GG) und die Europäische Menschenrechtskonvention (Art. 8 I EMRK) garantiert ist.
 

 
Ist aber das primäre normative Ziel jeder Maßnahme aufgrund des Wächteramtes des Staates, dem Kind ein Leben in der Familie zu ermöglichen, muß der Staat im Falle der Trennung alles tun, um die Rückkehr des Kindes in die Familie herbeizuführen, wie der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ausdrücklich feststellte und d.h. konkret: den Umgang von Eltern und Kind ermöglichen Geht es nach dem Entzug des Sorgerechts um die weitergehende Beschränkung oder gar um den vollständigen Entzug des Umgangsrechts, dürfen diese Maßnahmen nur ergriffen werden, wenn die Gefahr für das Kind nicht durch ein milderes Mittel abgewendet werden kann. Das lässt sich ohne Anhörung der Eltern jedoch nicht feststellen.“
 

 
Anmerkung: Hierzu fand keine Anhörung statt, sondern der Amtsvormund erzwang eine“ Vereinbarung „. Den endgültigen Beweis für das vermutete Geschehen sollte ein Gutachten erbringen. Die Kinder hatten Glück: Sie erwischten einen gewissenhaft arbeitenden Gutachter. Das ist leider keinesfalls die Regel. Einige Zitate aus dem Gutachten:

      „Auf die Durchführung einer Begutachtung der Interaktion zwischen dem Vater … und den Kindern musste verzichtet werden, da das Jugendamt zu einem solchen Termin keine Zustimmung erteilte, so dass die Herbeiführung eines Treffens der Kinder mit dem Vater über eine gerichtliche Entscheidung eine weitere zeitliche Verzögerung der Begutachtung impliziert hätte.“ (S. 6)

 
„Zunächst ist festzustellen, dass sich das Protokoll des Kindergartens dadurch auszeichnet, dass eine unsystematische Sammlung einzelner Geschehnisse erfolgte, wobei die Auswahl der dargestellten Szenen und Verhaltensweisen daran denken lässt, dass eine Orientierung an -nachweisbar nicht validen -Symptomlisten für die Aufdeckung des sexuellen Missbrauchs, wie sie auch im Rahmen von Fortbildungsmaßnahmen Anwendung fanden, erfolgte. …
 

 
Da solche Protokolle seitens der Kindergartens sicher nicht bei jedem Kind vorgenommen werden, sondern nur in Einzelfällen, dass im Kindergarten schon früh (d.h. vor Beginn der Protokolle) ein Verdacht entstanden sein muß, dass bei A. und K. von problematischen Familienverhältnissen auszugehen ist, dass diese nachgewiesen werden müssen, um eine Intervention zu ermöglichen.“ (S.55f.)
 

 
Ausgangspunkt des Verfahrens ist die Dokumentation des Kindergartens …, wobei die situationale Einbettung der Äußerungen z. T. offen bleibt. Während bestimmte Äußerungen auf biographische Bezüge hinweisen, handelt es sich bei anderen Äußerungen ganz offensichtlich um Phantasieprodukte… Weitere dargestellte Situationen zeigen, dass durch entsprechende Äußerungen der Betreuungspersonen Äußerungen bei den Kindern provoziert wurden, wie sie in Spielsituationen üblich sind und bei allen Kindern auftreten. …
 

 
Auch den zahlreich geschilderten Spielsituationen kommt keine besondere Bedeutung zu …
 
Auch die bei A. und K. beschriebenen aggressiven Verhaltensweisen oder Weigerungshaltungen stellen keinen Beleg dafür dar, dass die Kinder Gewalterfahrungen o.ä. machen mussten “ (S.58f.)
 

 
„Nachdem zunächst danach gefragt wurde, was gespielt wird, wobei eine solche Frage impliziert, dass das Kind eine Antwort zu geben hat, wurde immer weiter gefragt, bis letztlich eine vulgäre Antwort auftrat, die für Kinder in diesem Alter nicht ungewöhnlich ist.
 

 
Auch Situationen, wie z.B. die als K. erzählte, dass er sich einen Ferrari kaufen will, wenn er groß ist ..haben keine Aussagekraft hinsichtlich Gewalterfahrungen o.ä“ da der Wunsch nach einem Ferrari nichts ungewöhnliches darstellt. Am Beispiel der dann gestellten Fragen ist zu erkennen, zu welchen Aussagen suggestive Befragungen …führen können.“ (S. 59f.)
 
„Obwohl sich A. mit den offensichtlich vorhandenen anatomischen Puppen (!) nicht beschäftigen wollte, wurde sie motiviert, sich doch damit zu beschäftigen …(S. 62)
 

 
„In dem nach Besuchsende seitens des Unterzeichners mit Herrn S. und Frau Dipl.-Psych. G. geführten Gespräch, plädierte der Unterzeichner dafür, der Mutter ab sofort wieder Besuche der Kinder zu ermöglichen, worauf Herr S. darlegte, dass er vor einer Zustimmung zunächst im Amt Rücksprache halten wolle und mit der Mitarbeiterin des Notrufs sprechen wolle. Es müsse alles daran gesetzt werden, eine Traumatisierung der Kinder zu vermeiden.
 

 
Herr S. machte dann auch den Vorschlag, dass sich der Unterzeichner mit der Mitarbeiterin in Verbindung setzen solle, was von diesem jedoch abgelehnt wurde, nachdem Herr S. auf entsprechende Nachfrage erklärt hatte, dass die Mitarbeiterin vom Notruf die Kinder nicht kenne.“ (S. 118)
 
Anmerkung: Der Vormund möchte nicht allein entscheiden, sondern sich fachlich erkundigen. Offensichtlich ist der Gutachter für das Jugendamt keine Fachkraft. Anerkannt werden nur Aufdecker, die in der Lage sind, Ferndiagnosen zu erstellen und Kindergärtnerinnen bei der „Aufdeckung“ anzuleiten, also etwa beim „Protokoll“ des Kindergartens mitzuwirken.
 
Der Jugendamtsmitarbeiter weiß auch, dass schon ein beaufsichtigter Kontakt zwischen Kindern und Mutter eine Traumatisierung bewirkt, ein langfristiger Heimaufenthalt dagegen für die Kinder gut ist und keinerlei Störungen bewirkt, auf jeden Fall nicht diskutabel ist. Der Gutachter ist aber zum Wohle des Kindes, wenn auch zum Unwohle des Jugendamtsmitarbeiters nicht an „Aufdeckung“ interessiert.
 

 
Seine wissenschaftliche Arbeit kommt zu folgendem Ergebnis:
 

 
„Nach den gewonnenen Ergebnissen spricht. alles dafür, dass die Äußerungen der Kinder nicht erlebnisfundiert sind, sondern das Resultat des Zusammenkommens verschiedener Faktoren. Ausgangspunkt waren problematische Familienverhältnisse, die durch Auseinandersetzungen der Eltern und eine Überlastung der Mutter geprägt waren, woraus Verhaltenauffälligkeiten der Kinder resultierten, die zu einer verstärkten Aufmerksamkeit der Erzieherinnen führten, wobei dann mit „Aufdeckungsarbeit“ (einschließlich des Einsatzes der hochsuggestiven anatomischen Puppen) begonnen wurde, wobei diese die Kinder auf ein Podest gehoben hat und Aufmerksamkeit sicherte, so dass -selbst völlig abstruse- sexuelle Äußerungen der Kinder und sexualisiertes Verhalten immer weiter verstärkt wurden. Die dann abrupt erfolgte Herausnahme der Kinder aus ihrer Familie und die damit verbundene Trennung von ihren Bezugspersonen stellte für die Kinder einen weiteren gravierenden Eingriff in ihr Leben dar, so dass sie gezwungen waren, sich an den nun zur Verfügung stehenden Bezugspersonen zu orientieren, die ihrerseits wieder der Überzeugung waren (und sind), dass die Kinder zu Hause schlimmste Erfahrungen machen mussten, die es aufzuklären und zu dokumentieren gilt. Was die Kinder in der Folge zeigten, ist eine -nicht anders zu erwartende -Aufmerksamkeitssuche, in deren Konsequenz weitere Äußerungen auftraten, wie z.B. bei A. Schlafstörungen und Angstträume, aber auch Urinieren und Einkoten in die Wäsche, wobei diese Verhaltensweisen und Äußerungen von den beteiligten Personen wiederum als Bestätigung der Hypothese „Missbrauch“ dienen, ohne alternative Erklärungsmuster in Betracht zu ziehen.
 

 
Während seitens des Jugendamtes zunächst davon ausgegangen wurde, dass „eine Reihe von Äußerungen“ den Verdacht begründen, dass A. und K. seelischer Misshandlung bzw. sexueller Übergriffe ausgesetzt waren und sind, hat sich nun die Überzeugung herausgebildet, dass die Kinder vor den Eltern geschützt werden müssen, wobei dies soweit geht, dass dem Gutachter sogar die Zustimmung verweigert wurde, die Interaktion zwischen den Kindern und dem Vater zu ermöglichen und Personen eine maßgebliche Bedeutung zukommt, wie der Mitarbeiterin des Notrufs, die die Kinder gar nicht kennen.
 

 
Zusammenfassend ist zur Thematik einer möglichen sexuellen Misshandlung der Kinder festzustellen, dass die Äußerungen der Kinder auch nicht annähernd die Qualität von Aussagen haben, die nach den Kriterien der Aussagepsychologie geeignet sind, auf eine Erlebnisfundierung zu schließen. …
 

 
Auch die seitens der Heimeinrichtung beschriebenen Verhaltensweisen der Kinder sind nicht geeignet, als Beleg dafür zu dienen, dass die Kinder sexuell missbraucht wurden. Aus der Literatur ist bekannt, dass Kinder bei kritischen Lebensereignissen, wie der Trennung von den Eltern, oft regressive Verhaltensweisen, verstärkte Aggressionen und Trotzverhalten zeigen, es zu einem Verlust der Heiterkeit kommen kann bis hin zur Entwicklung psychosomatischer Störungen, indem sich seelische Nöte auf Körperorgane auswirken, die auf psychische Belastungen empfindsam reagieren wie Magen, Darm, die oberen Luftwege usw.“ (5. 123 ff.)
 

 
Anmerkung: Auch wenn es absurd ist, in diesem Rahmen an den gesunden Menschenverstand zu erinnern: Wie würde wohl die Reaktion eines normal Sterblichen aussehen, wenn er diese Situation zu verantworten hätte? Er oder sie würde um eine schnellstmögliche Rückführung der Kinder bemüht sein, sofortige intensive Kontakte zwischen Kindern und Eltern veranlassen, sich gar entschuldigen und die Vorgänge kritisch reflektieren. Darum geht es hier natürlich nicht.
 

 
Hier geht es um Glaubensfragen, pseudoreligiösen Aufdeckelfanatismus, und natürlich nicht um das Wohl der Kinder. Von da her lassen sich die folgenden Vorgänge leicht verstehen. Es dauerte über ein Jahr, bis die Kinder endgültig nach hause kommen. Der „Notruf“ erstellte eine „Psychologische Stellungnahme“ als Reaktion auf das Gutachten.
 

 
Es folgen einige Ausschnitte.
 
„… werden die Mitarbeiterinnen von uns angeregt, unselektiert alles zu dokumentieren, was sie an den Kindern wahrnehmen (Verhalten, Körperzustand, Äußerungen etc.), keine direkten Fragen zu stellen (also keine Fragen, die schon eine Richtung vorgeben oder suggestive Wirkungen haben könnten), nichts zu tun und kein Spielmaterial zu verwenden, was suggestiv wirken könnte.
 

 
Deshalb finden sich in der Dokumentation des Kindergartens über K. und A. auch Äußerungen, bei denen man sich fragt, warum sie überhaupt notiert wurden …
 

 
So war zum Zeitpunkt der Herausnahme der Kinder auch offen, ob und um welche Art der Misshandlung es sich handelt.
 

 
[Es folgen einige Ausführungen, wie sich die Stellung Nehmende ein psychologisches Gutachten vorstellt; insbesondere nimmt sie dabei Bezug auf die Berichte des Heims und „glaubt“ diesen. Das Fazit ist:]
 
„Da also aus meiner Sicht nicht auszuschließen ist, dass die Mutter auch als Täterin in Betracht kommt, insbesondere aber als Beobachterin, die ihre Kinder nicht geschützt hat, wäre es meines Erachtens zum Wohle der Kinder nicht zu verantworten A. und K. in den Haushalt der Mutter zurückzugeben.“
 
Anmerkung: Das ist einmal mehr das Ergebnis einer Ferndiagnose. Eine Begutachtung hat die Frau vom „Notruf‘ nicht nötig)‘ um eine Trennung zwischen Mutter und Kindern anzustreben. Sie hält es ja auch für normal, Kinder aus der Familie zu nehmen)‘ wenn offen ist ob überhaupt ! eine Misshandlung irgendeiner Alt stattfand. Auf Gesetze -auch auf die Grundrechte der Kinder- muß nicht Rücksicht genommen werden)‘ wenn etwas Heiliges in Gefahr ist! Es gibt keinerlei selbstkritische Reflexion seitens der psychologisch Stellung Nehmenden)‘ eine sachliche Auseinandersetzung mit den Argumenten des Gutachtens findet nicht statt.
 
Wie stellt sich die Mitarbeiterin des „Notrufs“ eine sachliche Dokumentation vor? Indem auch Dinge genannt werden)‘ wo man sich fragt warum diese im Bericht auftauchen. So soll Sachlichkeit suggerielt werden denn natürlich lässt sich bei einer Observierung von zwei Kindern über fast drei Monate nicht „unselektiert alles“ dokumentieren. Wenn die Kindergärtnerinnen schreiben)‘ A. arrangiere etwas in gewohnter Weise)‘ ohne dass diese „Gewohnheit“ vorher irgendwie erwähnt wurde)‘ darf wohl unterstellt werden)‘ dass die Protokollierung unvollständig ist. Auch sind die geschildelten Situationen eindeutig aus dem Zusammenhang gerissen worden. Sechs Seiten wurden so zusammengeschustert. Übrigens ist die Protokollierung wahrscheinlich in einem anderen Sinne“ vollständig“; Es wurde alles protokolliert was irgendwie anrüchig erschien) mit dem Missbrauch in Verbindung stehen könnte. Die Frage bleibt warum Kinder mit diesen Phantasien konfrontiert werden müssen.
 
Der Fall vom „Notruf‘ fällt natürlich auch nicht auf; dass sie Kindergärtnerinnen nicht zur „Aufdeckung“ anzuleiten hat weil es sowohl ihr als auch den Kindergärtnerinnen an Kompetenz mangelt. Die Datenerfassung durch Kindergärtnerinnen stellt eine Pflichtwidrigkeit ebenso dar wie die Weitergabe der Daten an parteiliche Organisationen. Noch schwerer wiegt dass die Persönlichkeitssphäre der Kinder und der Verdächtigten verletzt wird. (s.o. das Zitat von Ollmann) Stellen wie der „Notruf‘ werden übrigens mit Steuergeldern finanziert.
 

 
Es ergeht ein Beschluß des Familiengerichts, in dem der Mutter vier mal in der Woche ein zweistündiges Besuchsrecht eingeräumt wird, wobei in der Regel eine beauftragte Person mit anwesend sein soll.
 
Im Rahmen der Verhandlung greift der Amtsvormund das Gutachten an. So behauptet der Amtsvormund z.B., dass die Kinder sich spontan, und nicht im Rahmen suggestiver Befragungen geäußert hätten, obwohl er bei der Befragung nicht dabei war. Auch sei die Exploration nur kurz gewesen (2 x 2 Stunden), die Aufzeichnungen des Kindergartens (besagte 6 Seiten) seien über Monate gegangen. Sollte das Aufenthaltsbestimmungsrecht beim Jugendamt verbleiben, werde man sich um eine Pflegefamilie bemühen. Er schlug vor, dass die Mutter ihre Kinder auch nach dem Gutachten- einmal die Woche im Heim sehen könne.
 
Anmerkung: Es ist schon erstaunlich, mit welcher Vehemenz der Jugendamtsvertreter gegen die Mutter antritt. Offenbar soll eine Begutachtung nach dem Willen des Amtsvormundes proportional lange zur Beobachtung der Kinder durch Kindergärtnerinnen dauern, wobei der Faktor leider im Dunkeln bleibt. Daß der Vormund vorschlägt, in Anwesenheit der Mutter -nachdem diese durch das Gutachten entlastet wurde- deren Kinder in eine Pflegefamilie zu geben, ist schlicht unfassbar! Wie kann eine solche Person als Vormund der Kinder eingesetzt werden, der jede Sensibilität für die beteiligten Anwesenden fehlt? Einmal in der Woche, und nicht öfter (!)- muß der Amtsvormund darüber aufgeklärt werden, dass der regelmäßige Kontakt zwischen Mutter und Kind dem Kindeswohl dient, dass es gesetzliche Regelungen gibt, an die sich auch JA Mitarbeiter zu halten haben ???
 

 
Es ist wohl kein Zufall dass häufig Personen mit dieser Einstellung derartige Posten im Jugendamt bekleiden.
 
Im Wesentlichen kann sich der Jugendamtsmitarbeiter den Prozeß suggestiver Beeinflussung der Kinder nicht vorstellen! Das ist in seiner verantwortungsvollen Position unverzeihlich, denn es existiert hierzu inzwischen eine Vielzahl von Fachaufsätzen und -literatur, insbesondere auf die Wormser Missbrauchsprozesse Bezug nehmend, die sich auch bis Mannheim hätten herumsprechen müssen. Doch wo es um Glauben geht, hat eine kritische Reflexion der Ereignisse, das Studium von Fachliteratur, ein klärendes Gespräch mit Fachleuten keinen Platz. Konsequent schreibt der Jugendamtsvertreter in seiner Stellungnahme , welche die o.g. verbalen Ungeheuerlichkeiten präzisiert:
 

 
„Der Verdacht des sexuellen Missbrauchs konnte aus Sicht des Jugendamtes nach dem Ergebnis der Hilfeplankonferenz durch das vorliegende Gutachten nicht widerlegt werden.
 

 
Die Haltung der Mutter hinsichtlich des Missbrauchsverdachtes hat sich während der Inobhutnahme der Kinder nicht geändert. Frau …geht nach wie vor davon aus, dass sie von jeher das ihr mögliche getan habe, um ihre Kinder in dieser Hinsicht zu schützen und jedweder Verdacht in diese Richtung unbegründet sei…
 
Dabei fanden sich einerseits keine Anhaltspunkte hinsichtlich einer Täterschaft oder Mittäterschaft der Mutter. Andererseits war seitens Frau …kein Versuch erkennbar, sich mit der Möglichkeit auseinander zu setzen, dass ihre Kinder wahrheitsgemäße Angaben gemacht haben könnten.
 

 
Die bereits in unserem ersten Bericht getroffene Einschätzung, dass die Mutter zumindest nicht in der Lage war, ihre Kinder zu schützen, kann aus Jugendamtssicht nicht revidiert werden, solange der zwischenzeitlich erhärtete Verdacht des sexuellen Missbrauchs nicht zweifelsfrei widerlegt werden kann.
 
Die mit der Rückführung der Kinder in den Haushalt verbundenen Risiken würden wesentlich minimiert, wenn davon ausgegangen werden könnte, dass Frau …den Schutz ihrer Kinder zuverlässig gewährleisten kann.
 
Hier bestehen von Jugendamtsseite Zweifel, da Frau …zu keinem Zeitpunkt in Erwägung zog, dass ihre Kinder -ohne eigenes Wissen und Beteiligung der Mutter sich bestimmte von Gutachterseite als „ungewöhnlich bezeichnete Erfahrungen und Ereignisse“ aneignen konnten.
 

 
Die Rolle und das Verhalten der Mutter in einem möglichen Missbrauchsgeschehen erscheint unklar. Die im Bericht des Kinderheimes zitierten Äußerungen A.S …wer den im Gutachten nicht hinterfragt. Frau …wird im Gutachten eine hohes Maß an Kooperationsbereitschaft bescheinigt.
 

 
Dieser Einschätzung wird von hier aus nicht widersprochen. Die Mutter hat in Gesprächen beim Jugendamt auch geäußert, dass sie bereit sei, jegliche Form von pädagogischer Unterstützung und Hilfe anzunehmen.
 

 
Es ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass auch intensive, innerhalb der Familie angebotene sozialpädagogische Jugendhilfe und Auflagen, wie ärztliche Kontrolle etc. letztlich keinen sexuellen Missbrauch verhindern können, wenn die Kinder, im vorliegenden Fall seitens der Mutter, d.h. unter Wahrnehmung eines möglichen Täterumfeldes nicht zuverlässig geschützt werden können.
 

 
Diese Wahrnehmungsfähigkeit schließt ein, dass die verantwortliche Erziehungsperson bereit und in der Lage ist, alle Aspekte des kindlichen Verhaltens aufzunehmen und sich damit auseinander zu setzen, d.h. auch den Aspekt zukünftig möglicher sexualisierter Verhaltensweisen in der eigenen Wahrnehmung zuzulassen.
 
Dies ist schwierig und ohne professionelle Beratung kaum leistbar, wenn man selbst die Möglichkeit eines sexuellen Missbrauchs ausschließt. Deshalb ist es empfehlenswert, diesbezüglich eine spezielle Fachberatung in Anspruch zu nehmen, bzw. die in Jahren der Beratung gewachsenen bereits bestehenden Kontakte (z.B. zur Psychologischen Beratungsstelle) zu nutzen. …“
 
In einem separaten Schreiben des Jugendamtes wird verlangt, eine weitere, namentlich genannte Gutachterin zu beauftragen, bis das Ergebnis stimmt?
 
Anmerkung: Der rote Faden der Argumentation ist: Der Schreiber (Missbrauchsgläubige) kann sich einen Irrtum nicht vorstellen. Sollen sich so viele Beteiligte geirrt haben?
 
Der Prozeß der Verdachtsentstehung und -verbreitung lässt sich als Zusammenspiel von „Hauptcharakteristikum suggesiver Interviews!“ erklären:
 

 
„Diese Voreinstellung [interviewer bias] ist gekennzeichnet durch A-priori-Annahmen darüber, daß bestimmte Ereignisse tatsächlich passiert sind, sowie durch eine Befragung, die auf die Bestätigung dieser Annahme orientiert ist: Der Interviewer sammelt Informationen, die geeignet sind, die Vorab-Hypothese zu unterstützen, der Interviewerhypothese widersprechenden Auskünften des Kindes wird nicht weiter nach gegangen, Informationen zur Abklärung von Alternativhypothesen werden nicht gesammelt, inkonsistente oder objektiv unmögliche Angaben des Kindes ignoriert oder im Rahmen der Ausgangshypothese interpretiert. Konkret bedeutet das, daß keine offenen, sondern sehr direkte, teilweise suggestive Fragen gestellt und innerhalb einer oder mehrerer Befragungen wiederholt werden. Produziert das Kind nicht die erwartete Information, erfolgen erneute Befragungen, zum Teil über einen langen Zeitraum. [Hervorhebung SKIFAS] Bei den Bemühungen, eine unterstützende Atmosphäre für das Kind zu schaffen, kommt es zur selektiven Verstärkung von Äußerungen, die konsistent mit der Interviewerhypothese sind(z.B. durch Kopfnicken oder beispielsweise durch Lob dafür, daß das Kind so tapfer ist, über die Vorfälle zu berichten), während andere Äußerungen nicht weiter beachtet werden. Teilweise wer den Personen- bzw. Verhaltensstereotype aktiviert, z.B. wird eine verdächtigte Person als jemand bezeichnet, der ,etwas getan hat, was schlimm war‘. Gelegentlich wird das Kind auch aufgefordert, eine sexuelle Mißbrauchshandlung so zu schildern, als ob sie passiert sei, wobei die anschließende Erörterung mit dem Kind oft nicht mehr auf der fiktiven, sondern auf der Realebene erfolgt.
 

 
Dieses Befragerverhalten lässt sich mit der Theorie der kognitiven Dissonanz erklären. (Volbert, 2000, S. 124) Der interviewer tritt bei starker emotionaler Belastung verstärkt auf.
 
Anmerkung: Besser kann die Situation der Verdächtiger in diesem Fall kaum beschrieben werden. Von der Mutter wurde erwaltet dass sie die Möglichkeit eines tatsächlichen Missbrauchs in Erwägung zieht. Der Stereotyp: Der Mann als Täter, die Mutter als aus Liebe zum Mann die Augen davor verschließend und wegsehen~ bei einem externen nachhaltigen Hinweis einsichtig/ sich vom Mann trennend und in das Lager der Missbrauchsgläubigen übergehend. Über diesen Weg wären die Kinder schneller wieder bei der Mutter gewesen.
 
Aber sie ist ungläubig und sie und ihre Kinder müssen dafür büßen. Es wird von der Mutter erwartet dass sie auch an den Missbrauch glaubt. Sie leistete nicht einmal den Versuch zu glauben. Die Gläubigen können sich nicht vorstellen/ dass die Mutter genau wei~ dass an den Beschuldigungen nichts dran ist. Wenn die Mutter nicht missbrauchsgläubig ist und ständig auch an diese Möglichkeit denkt-ist das Kind nicht sicher. Da hilft die beste therapeutische Betreuung nichts. So weit das Klischee.
 
Außerdem: Der Glaube des Jugendamtes ist unerschütterlich. Der Gutachter muß blind sein! Mit dem Bewusstsein der Rechtgläubigkeit ausgestattet fragt sich der Jugendamtsvertreter, //was wäre wenn …was mit Wissenschaftlichkeit nichts zu tun hat denn Spekulation und Phantasie sind nicht das Thema der Wissenschaft sondern Hypothesenbildung und deren Begründung. Konsequent sind deraltige Theorien in Aufdeckerkreisen populär.
 
Besessen sind die Missbrauchsgläubigen von der 100%igen Widerlegung des Missbrauchs. Das ist schon von da her günstig, da eine solche Widerlegung niemals geleistet werden kann, da eben ein Gutachten bezüglich des Ergebnisses immer nur zu x Prozent sicher sein kann. Am „Restrisiko“ hängen sich viele Verdächtiger auf; um weiter auf ihren Verdächtigungen zu beharren und den Verdächtigten das Leben schwer zu machen. Nichts kann sicher den Missbrauch ausschließen, wenn die Mutter nicht „glaubt“ und ständig gespannt aufmerksam ist! Ein Risiko der eigenen Fehlwahrnehmung und deren Konsequenzen wird dagegen überhaupt nicht gesehen.
 
„Dabei fanden sich einerseits keine Anhaltspunkte hinsichtlich einer Täterschaft oder Mittäterschaft der Mutter. Andererseits war seitens Frau … kein Versuch erkennbar, sich mit der Möglichkeit auseinander zu setzen, dass ihre Kinder wahrheitsgemäße Angaben gemacht haben könnten.
 
Es erging ein Beschluß des Familiengerichts Mannheim. Sämtliche Rechte werden auf die Mutter übertragen. Aber was für Auflagen enthält das Urteil:
 

 
„Eine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit durch die Kindesmutter wird allerdings auch der einzig mögliche Weg sein, um erneute familiengerichtliche Maßnahmen in Zukunft zu vermeiden. Das Gericht geht davon aus, dass die Kindesmutter verstanden hat, dass das Familiengericht die Frage der Erziehungsgeeignetheit bei Nichteinhaltung der Auflagen erneut zu prüfen haben wird.“
 
Anmerkung: Das ist eine offene Drohung. Die Mutter hat nur so lange das Erziehungsrecht, wie sie aus der Sicht der Helfer gehorcht, funktioniert. Sie soll mit denen zusammenarbeiten, die das Elend ihrer Kinder zu verantworten haben, und die bis heute glauben, dass sie ihre Kinder missbraucht oder deren Missbrauch beduldet hat -nur sei es eben bis jetzt?- nicht bewiesen. Das für eine wirkliche Zusammenarbeit notwendige Vertrauen wird also durch Zwang ersetzt.
 
Bis in die jüngste Zeit wurde die Mutter mit der Aufforderung belästigt, sie möchte sich vorstellen, dass doch ein Missbrauch stattgefunden habe.
 
Das ist vermutlich noch lange nicht das Ende dieser Geschichte. Eins steht jedenfalls fest: Die Kinder werden ihr ganzes Leben unter den Folgen des Verhaltens und der Entscheidungen dieser Missbrauchsfanatiker zu leiden haben!
 
Äußerungen führender Politiker deuten an, dass der Wahn der Vernunft in Zukunft wohl noch weiter vorauseilen wird.
 

 
Literatur:
 
L. Greuel, S. Offe, A. Fabian, P. Wetzeis, T. Fabian, H. Offe & M. Stadler (1998). Glaubhaftigkeit der Zeugenaussage. Weinheim, Psychologie Verlags Union
 
R. Volbert. Suggestibilität kindlicher Zeugen. (1997) in: M. Steiler, R. Volbert (Hrsg.) Psychologie im Strafverfahren. Göttingen, Verlag Hans Huber, S. 40-62 R. Volbert. Standards der psychologischen Glauhaftigkeitsdiagnostik. (2000) in: H.-L. Kröber, M. Steiler (Hrsg.) Psychologische Begutachtung im Strafverfahren. Darm- stadt, Steinkopff, S. 113-145
 
U. Undeutsch. Die aussagepsychologische Realitätsprüfung bei Behauptung sexuel len Missbrauchs. (1993) in S. Kraheck-Brägelmann (Hrsg.) Die Anhörung von Kindern als Opfer sexuellen Missbrauchs. Rostock, Hanseatischer Fachverlag für Wirtschaft, S.69-162
 
U. Undeutsch. Valide und invalide Methoden zur Beurteilung des Wahrheitsgehaltes von Kinderaussagen über sexuellen Missbrauch. (1995) Referat auf der Tagung „Se xueller Kindesmißbrauch in der Familie, ein Vorwurf und seine Folgen“, Ev. Akademie Bad Boll, Mai 1995
 
B. Schade. Das Kind und der/die Beschuldigte zwischen Beweislast und Unschulds vermutung. -Ein Leidensweg durch die Institutionen. (1995) epd -Dokumentation des Evangelischen Pressedienstes Nr. 40/95 v. 25.09.95, S. 27-38. Referat auf der Tagung „Sexueller Kindesmißbrauch in der Familie, ein Vorwurf und seine Folgen“, Ev. Akademie Bad Boll,Mai 1995
 
B. Schade. Der Zeitraum von der Erstaussage bis zur Hauptverhandlung als psycho logischer Prozess. Folgerungen für die Glaubwürdigkeitsbegutachtung am Beispiel der Wormser Prozesse über sexuellen Missbrauch. (2000) in: StV 3/2000, S. 165-170
 
M. Steiler. Verdacht des sexuellen Mißbrauchs -Begutachtung in familien- und vor mundschaftsgerichtlichen Verfahren. (1995) in: FPR (Familie, Partnerschaft, Recht) 1995, S. 60-62
BGH 1 StR 618/98
 
Prof. Dr. Rainer Ollmann. Schadensersatz wegen Mißbrauchsverdächtigung? ZfJ Zeitschrift für Jugendrecht, 12/96, S. 486-494
 
V. Lipp. Zur Beschränkung der elterlichen Sorge in: Pawlowski/Bäuerle (Hrsg.)
 

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