Gutachter – Gutachten Teil I

„Gut“-achter in Sachen Sorgerecht

Wenn Eltern sich scheiden lassen, kommt es ohne Anwälte und Richter eher selten zu einer einvernehmlichen Entscheidung darüber, ob das gemeinsame Kind in Zukunft bei Mutter oder Vater leben und wie der Kontakt zum anderen Elternteil aussehen soll. Dann muß der Familienrichter oder die Familienrichterin die Sorgerechtsentscheidung treffen. Grundlage hierfür ist zum einen die Stellungnahme des Jugendamtes. Hält der Richter diese Stellungnahme nicht für ausreichend – und da die Jugendämter überlastet sind, ist dies oft der Fall – beauftragt er einen psychologischen Gutachter mit der Erstellung eines weiteren Sorgerechtsgutachten. Der Psychologe oder die Psychologin soll herausfinden, bei wem das Kind nach der Trennung der Eltern am besten aufgehoben ist. In 90 % aller Fälle folgen die Richter dann auch den Empfehlungen der Gutachter. Die Sachverständigen stellen somit die Weichen für die weitere Zukunft von Kind, Mutter und Vater.
 
Doch die Art der fachliche Begutachtung der Familienverhältnisse ist zum Teil völlig ungenügend und dementsprechend für die Betroffenen oft folgenschwer. Darauf verweisen immer wieder Rechtsanwälte, die bei Scheidungsfällen die streitenden Parteien vertreten. Zwei Diplom-Psychologinnen haben das jetzt eindrucksvoll auch mit Fakten belegt. Im Rahmen ihrer Doktorarbeit untersuchten sie Familienrechts-Gutachten daraufhin, ob die wissenschaftlichen Mindeststandards von den Sachverständigen erfüllt wurden. 245 Gutachten wurden analysiert, das Ergebnis:

  • in 2/3 der Gutachten war nicht ersichtlich, welche psychologischen Fragen eigentlich beantwortet werden sollten
     
  • bei der Hälfte war nicht zu erkennen, was Aussagen der Beteiligten und was die Meinung des Gutachters war
     
  • in 54 Fällen wurde nicht die Beziehung des Kindes zu den Eltern, sondern ohne Not und ohne Aussagewert die Persönlichkeit der Eltern getestet.
     

 

 
Fazit: Ein Großteil der Sorgerechtsgutachten ist unzureichend. 

 
Der Familienrichter entscheidet darüber, wer als Sachverständiger eingesetzt wird und ob ein Gutachten auch akzeptiert wird. Doch kann ein Richter tatsächlich die Qualität eines psychologischen Gutachtens beurteilen? Schließlich ist der Psychologe der Experte, nicht der Richter.

 
Gutachten müssen Sie als Eltern nicht kritiklos hinnehmen, im Gegenteil.
 
Wenn Eltern mit Gutachter oder einer bestimmten Verfahrensweise nicht einverstanden sind, haben sie das Recht, Gutachter und Gutachten abzulehnen, ohne negative Konsequenzen zu befürchten.
 

 
Nähere Auskünfte über die wissenschaftlichen Studien zu den Sorgerechtsgutachten erteilen Ihnen:
 

 
Prof. Dr. Karl Westhoff

      Technische Universität Dresden
      Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften
      Institut für Psychologie II
      Zellischer Weg 17

01069 Dresden

      Tel. 03 51/4 63 31 49

 

Dr. Marie-Luise Kluck

      Sanddornweg 50

45481 Mühlheim/Ruhr

      Tel. 02 08/48 09 16
      Dipl-Psych. Terlinden-Arzt
      Niederbardenberger Str. 16

52146 Würselen

      Tel. 0 24 05/8 15 74

 



Dipl.-Psych. Antje Klüber

      Düsternweg 12

45721 Haltern

      Tel. 0 23 64/6 96 93

 

 
Alle Angaben ohne Gewähr
 

 

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